Die Bürgerinitiative "Hafen mit Herz"

Hafen Hagnau mit einer der vier Hängeulmen

Was wollen wir erreichen?

Bürgerinitiative “Hafen mit Herz” wurde am 19.6.2021 gegründet, mit dem Ziel, das Projekt “Auf zum neuen Ufer” hinsichtlich Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit zu hinterfragen. Wir halten die geplante signifikante Hafenvergrößerung (ca. 107 Liegeplätze statt aktuell ca. 35 Festliegeplätze zzgl. Bootsvermietung) für einen nicht zu verantwortenden Eingriff in die Natur, die Umwelt und in das dörfliche Erscheinungsbild von Hagnau.

 

Erhalt und Sanierung des Hagnauer Häfeles

Geplante Hafenerweiterung passt nicht zum dörflichen Charakter von Hagnau und der historisch gewachsenen Struktur.                            

Beschränkung der Eingriffe in Umwelt und Landschaft

Die aktuell geplante Hafenerweiterung erfordert das Fällen der jahrzehntealten vier Hängeulmen, der Trauerweide und das Abbaggern der Wiesenhalbinsel. Der Erhalt der Bäume und der Wiesenhalbinsel ist für unsere Bürgerinitiative unverzichtbar.

Die bereits äußerst angespannte Verkehrssituation im Bereich Meersburger-, Kapellen- und Seestraße wird weiter verschärft. Konfliktsituationen zwischen Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr, insbesondere auf der Kapellenstraße (kein Gehweg!!), werden signifikant zunehmen.

Durch die sehr lange östliche Hafenmauer entsteht eine sog. Buchtsituation. Das dortige Wasser kann sich mit dem restlichen Bodenseewasser nicht mehr richtig austauschen. Dadurch kann es zu örtlich konzentriertem Abbau von organischem Material mit Geruchsbildung („Seetorf“) kommen (Hinweis Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg LUBW/Institut für Seenforschung Langenargen vom 20.07.2021).

Beeinträchtigung des Panoramas um den Westhafen: Die sehr lange, in den See hineinragende Hafenmauer ist im ganzen Jahr sichtbar. Sie ist sehr prominent, insbesondere bei Niedrigwasser im Herbst, Winter und teilweise im Frühling, während die Bojenplätze nur ca. 4-5 Monate des Jahres belegt sind.

Belassen des Bojenfeldes

Die Entfernung des Bojenfeldes ist lt. zuständiger Behörden nicht zwingend notwendig. Ein technisch machbares umweltverträgliches Bojenfeld ist ökologisch weniger belastend als die geplante seeseitige Hafenerweiterung. Beispiele für die umweltfreundliche Realisierung von Bojenfeldern wurden z.B. in Gaienhofen verwirklicht.

Modernisierung des Sanitärgebäudes am jetzigen Standort

Das Gebäude ist dringend sanierungsbedürftig, sollte aber in einer ähnlichen Kubatur gehalten werden.                 

Uferrenaturierung und Optimierung der Grünfläche inkl. Spielplatz

Die Uferrenaturierung sollte vom schon bestehenden Teil im Westen nach Osten bis zum Schiffsanleger fortgeführt werden.

In diesem Zusammenhang ist es unserer Bürgerinitiative wichtig zu betonen, dass die von den Gemeindevertretern genannten öffentlichen Zuschüsse sich ausschließlich auf die Bereiche Renaturierung und Modernisierung des Servicegebäudes beziehen. Für die Hafenerweiterung sind keine öffentlichen Zuschüsse zu erwarten.

Sozialverträgliche und finanziell risikomindernde Maßnahmen

Kommerzialisierung des neuen Hafens: Bislang sind die Liegeplätze relativ günstig. Die Kosten des Hafenneubaus und der Hafenerweiterung sollen auf die Liegeplatzinhaber umgelegt werden. Die Miete für die Liegeplätze wird sich voraussichtlich um das 10-fache erhöhen. Das wird teuer, kann man sich überhaupt noch einen Hafenplatz leisten?

Die Gemeinde geht mit der Finanzierung des Hafenneubaus in Vorleistung. Sind die aktuellen Risiken der Baukostenerhöhung eingepreist? Derzeit gibt es einen erheblichen Rohstoffmangel und Lieferengpässe. Gibt es dazu einen angepassten Businessplan?

Eine derartige Erweiterung des Hafens passt nicht in die Zeit des Klimawandels.

Wie?

Durch einen positiven Bürgerentscheid zur Verwirklichung dieser Ziele.

Hinweis

Prinzipiell wollen wir nicht das gesamte Projekt „Auf zum neuen Ufer“ verhindern, da Teilprojekte positive Veränderungen mit sich bringen würden. Da jedoch alle einzelnen Maßnahmen in einem einzigen Grundsatzbeschluss am 27.04.2021 zusammengefasst und beschlossen wurden, bleibt der Bürgerinitiative bedauerlicherweise keine andere Wahl als den Gesamtbeschluss in Frage zu stellen, um die genannten Ziele zu erreichen.

Hafen Hagnau mit Wiesenhalbinsel und Trauerweide

Hafen Hagnau mit Trauerweide im Hintergrund

Beispielhafte Darstellung des Hafenneubaus von Süd Ost (graue Mauern), altes Häfele (rote Mauern), Gebäude 2 (gelb, neues Servicegebäude), Gebäude 3 (rot, altes Sanitärgebäude/zum Abriss), schematische Darstellung der umliegenden Gebäude, Liegeplatzaufteilung nur beispielhaft, Verzicht auf Darstellung des Wellenbrechers und der Leitwände im Bereich der Hafeneinfahrt, ohne Wiesenhalbinsel, Trauerweide und ohne vier Hängeulmen (fallen der Hafenvergrößerung zum Opfer). Die Gemeinde plant zwar wieder eine Neubepflanzung, aber es würde viele Jahre dauern, bis die jungen Bäume soweit gewachsen sind, dass sie eine Funktion als Schattenspender hätten.

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